Ein Erfahrungsbericht:

 

Um nach der Schulzeit und vor Beginn eines neuen Ausbildungsabschnittes die Chance zu haben, neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, führte mich mein Weg vor nun fast einem Jahr an diese Schule.

Obwohl Vieles für mich neu und ich nicht sicher war, wie ich mit den Anforderungen der Arbeit an der Schule umgehen konnte, fühlte ich mich schnell wohl. Neben den Kindern, die mich warmherzig aufnahmen, lag das vor Allem an meinem Team aus Kolleginnen und Kollegen, deren Kompetenz und Sicherheit schnell auch auf mich ausstrahlten.

Die Arbeit mit den Kindern wurde Alltag, ohne alltäglich zu werden.

 

Viele Kinder brauchen zum Beispiel besondere Arten und Kanäle der Kommunikation, was an der Schule mit den Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation umgesetzt wird

Um zukünftigen Bewerberinnen und Bewerbern einen Einblick in die möglichen Aufgaben als FSJlerin an der Schule zu bieten, habe ich im Folgenden einen knappen und beispielhaften Einblick in einige Teile meiner Arbeit an der JKS in Wort und Bild zusammen getragen:

 

 

 

Busse/Touren

Der Tag beginnt mit dem Abholen der Kinder. Ob im Rollstuhl oder nicht- jedes Kind wird mit dem Schulbus von zu Hause abgeholt. Hierfür gibt es einen vom Fahrdienstleiter erstellten Fahrplan mit einer bestimmten Route, an der man sich orientieren kann.

Wichtig ist nicht nur der Fahrer, der die Kinder sicher ans Ziel bringt, sondern auch der Beifahrer. Beide müssen über anfallsgefährdete Kinder genau informiert sein und in Notfallsituationen Hilfe leisten. Man lernt, wie man die Rollstühle mit und ohne darin sitzende Kinder richtig sichert. Auch nach dem Ende des Unterrichts am Mittag werden alle Schüler wieder nach Hause gebracht- mit Ausnahme der Kinder, die das Angebot der Ganztagsschule wahrnehmen.

Stundenplan

Ein wichtiger Bestandteil  jeder Klassengruppe  ist der Stundenplan. Jeder ist individuell auf die Abläufe jeder Klasse oder sogar jedes einzelnen Schülers abgestimmt und kann variieren. Mit Hilfe von an- und wieder abnehmbaren Bildern, Beschreibungen und Gebärden wird der Stundenplan zusammengesetzt und kann flexibel geändert werden. Dies dient der Vereinfachung der visuellen Aufnahme von Informationen (z.B. Aufgaben und  Abläufe). Zu den Unterrichtseinheiten gehören Lese- und Rechenkurse, Sport- und Musikkurse, der projektorientierte Vorhabenunterricht und auch abhängig von der Jahrgangsstufe viele mehr.

Essen

Ein festes Ritual an unserer Schule ist das gemeinsame Frühstück und Mittagessen in den Klassen. Jede Klasse ist im Besitz eines Tischwagens, mit dessen Hilfe der in jeder Klasse wöchentlich festgelegte Tischdienst die Aufgabe des Tischdeckens hat. Natürlich befinden sich alle dafür nötigen Dinge in unserer Schulküche.

 

Hygiene:

Auch das Wickeln und die Hilfe bei Toilettengängen gehören zu den Aufgaben. Hierfür stehen Wickel- und Toilettenräume mit Wickeltisch und Reinigungsutensilien zur Verfügung. Die Abläufe sind von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige benötigen beispielsweise Hilfe, um aus ihrem Rollstuhl auf die Toilette geführt zu werden, andere wiederum müssen mit neuer Windel versorgt und zuvor gewaschen werden usw. ... andere wiederum sind selbständig.

 

... und anschließend natürlich Hände waschen.

 

Rolli/Stehständer

Unsere Schule besuchen Kinder, welche geistig, als auch körperlich besonders gefördert werden. Kinder im Rollstuhl haben also die Möglichkeit zur Bewegung und aus dem Alltag ihres Rollstuhlfahrens Ausstieg zu finden. Hier bietet sich z.B. der Stehständer als guter Ausgleich an. So kann die Vielfalt der körperlichen Bewegungsmöglichkeiten erhöht werden.

 

Snoezelenraum und Gymnastik

Der Snoezelenraum dient zur Entspannung und zur Verbesserung der sensitiven Wahrnehmung. Ein Wasserbett, verschiedene Beleuchtungsmöglichkeiten und Musik, sowie sprudelnde Wassersäulen dienen dazu, die visuellen und auditiven Reize einiger Schüler zu wecken, zu verbessern und zu schulen. Das Snoezelen ist ebenfalls eine Unterrichtseinheit und ist für viele Schüler ein Teil des Stundenplans, sowie die Gymnastik. Bei einigen Schülern ist auf Grund ihrer körperlichen Behinderung viel Bewegung und Gymnastik sehr wichtig. Deshalb kommen regelmäßig Krankengymnastinnen, die mit unseren Schülern trainieren.

Was mir ein FSJ an der Janusz-Korczak-Schule bedeutet hat:

Zu aller erst stelle ich mir die Frage: Was bedeutet es für mich, ein freies Leben zu führen?

Ich möchte ein Leben ohne Hindernisse in Bezug auf meine körperlichen Fähigkeiten – ein Leben, in dem ich  ohne Einschränkung selbstständig handeln kann bezüglich meines Körpers und Geistes.

Daher möchte ich das, was mir möglich ist zu tun, auch anderen ermöglichen. Menschen, die in ihrem Leben mit Einschränkungen kämpfen, kann ich helfen. Ich kann helfen, ihre Hindernisse zu überwinden und sie in ihren Schwächen zu unterstützen.

An der JKS habe ich dies gelernt; Kindern und Jugendlichen in ihrem Leben begleiten und helfen zu dürfen. Die Zusammenarbeit und die Gemeinschaft mit Schülern und Lehrkräften bringen wertvolle Erfahrungen mit sich, die einen menschlich voranbringen.

Ein saugeiles Jahr, von dem ich viel mitnehme. Mehr, als ich in Worte fassen kann. Und mehr, als ich wohl woanders hätte finden können.

Auch der Einsatz digitaler Hilfsmittel wird des Öfteren von uns begleitet